24.12.09

Frohe Weihnachten, ihr gottverdammten Christen

Ich mag Weihnachten. Und ich mag Christen, für gewöhnlich. Wir sind ungefähr so christlich wie wir politisch sind, und ich finde das reicht auch. Zu viel Christentum schlägt immer gleich in Heuchelei und Mittelalter um, zu wenig Christentum und schon fliegt Menschenasche durch Schornsteine.

Ich steh auf die Vorstellung von Religionsdarwinismus. Die coolen Religion überdauern jede Krise, die schlechten gehen irgendwann an ihrer eigenen Inkompetenz zu Grunde. Die Juden wurden zynischerweise seit jahrhunderten als Parasiten stigmatisiert, und das nur weil sie die einzige Religionsgemeinschaft der Welt sind, die genug Anstand haben nicht zu missionieren.
Außerdem möchte ich ein für alle mal klar stellen, wie schwachsinnig ich diese Hetz-Idee finde, die Juden hätten Jesus auf dem Gewissen. Wenn irgendjemand Jesus getötet hat, dann die Italiener. Ecce Homo.

Wie gesagt, solange sie es in ihren lauwarmen Kirchen tun und sie nicht versuchen, "C"s in ihren Parteinamen zu rechtfertigen, komm ich mit den Christen prima zu Rande. Und ich steh auf ihre Feiertage. Die frühen Christen waren clever bei der Festlegung ihrer Termine, der gesamte christliche Kalendar gründet sich auf dem auf Mond- und Sonnenphasen basierende Kalendar der frühen Heiden. If you can't beat'em, join'em.
Dann sind wir Heiden, für einen Tag...

Vorgestern begegnete ich aber ein paar wahren Christen aus dem Abgrund des Fegefeuer. Gefährliche Christen. Die Art von Christen, die riesige Zeltstädte in nichtsahnenden Komunen errichten & mit Schildern wie "Gott ist diese Woche in der Stadt, Frage-Antwort-Stunde auf dem Marktplatz" nichtsahnende Seelen zu ihren reißerischen Erweckungs-Exorzismen locken. Christen-Pack. "Bibeltreue Christen". Schneeballsystem-Christen. Christen, die aus der Bibel eine Tupperware-Franchise machen, ein multimillionen Euro-Business; die ihre Opfer an den ausgefransten Enden der Gesellschaft aufreißen: verrückte alte Hausfrauen, die bereits tausende Euro Schulden wegen Telefon-Horoskopen haben; gelangweilte Soccer-Mums, die eines Tages in den Spiegel gesehen & realisiert haben, dass sie mittlerweile 45 sind, drei nicht sehr liebenswerte Kinder in die Welt gesetzt haben und dass der Karlarsch, der sie damals hat sitzen lassen niemals auf einem weißen Pferd zurückgeritten kommt. Verkappte Homosexuelle, die Heilung suchen. Wiedergeborene Sünder. Eine Religion, die sich rekrutiert aus den Schwachen und Armen und Kranken.

Gesegnet seien alle Formen der Intelligenz.

Wir standen auf einem Parkplatz, den ich kenne wie meine Westentasche. Das ist mein Revier, mein Bezirk, ich weiß wo jede Kamera hängt, weiß wo man guten Kaffee bekommt und wo die nächste saubere Toilette ist. Habe ich mal von dem Bahnhof erzählt, an dem ich so viel Zeit totschlagen muss - Tag für Tag - dass ich nachts selten noch von etwas anderem träumen kann? Genau dort waren wir.
Heimatscholle.
Und ich war guter Dinge! Die graue Eminenz hatte beschlossen, Marburg endgültig den Rücken zuzukehren. "Es war untragbar," würde er später sagen, "spätestens seit die mir am Samstag die Heizung abgestellt haben." Sein Plan sah vor, 250 Seiten eines Chemie-Skripts binnen vier Tagen auswendig zu lernen, aber dabei saß er auf einem Brotbeutel voll guter Gründe, es nicht zu tun - und wann auch immer er ICQ einschaltete oder auf Facebook online ging, war ich bereits da, fett grinsend und mit verdammt überzeugenden Argumenten, endlich aufzugeben und in die Heimat gefahren zu kommen. Wir sind, nach wie vor, Profis.
Und an dem Abend war er dann letztlich eingeknickt und kam hergefahren. Und gemäß alter Väter Sitte organisierte ich mir ein Fahrzeug und fuhr rüber, ihm vom Bahnhof abholen. Er stand bereits unter der Marquise am Bahnhof, gerade im Begriff sich eine Kippe anzustecken & bellte "Gutes Timing". Wir klappten den Kofferraumdeckel des Lieferwagens hoch & stellten uns unter das improvisierte Dach, um im Schneechaos ein paar Begrüßungskippen zu rauchen & den Ablauf der Dinge zu klären.

Und da schlugen sie zu.

Ich nahm sie zuerst aus dem Augenwinkel war, eine freundlich aussehende, völlig korrekt wirkende Blondine Ende 40, sie drückte uns im Vorbeigehen zwei Teile in die Hand, die ich im Dunkeln für irgendwelche Werbegeschenke hielt - als hätte sie die gerade noch übrig und könnte dann Feierabend machen. Fuck ja, why not? Es hätte ja auch eine gottverdammte Apothekerin sein können!
In den drei Sekunden, in denen ich durch das Werbegeschenk abgelenkt war hatten sie uns bereits umzingelt. Die Blondine hielt sich stets in meinem Rücken, ihr Gesicht bekam ich nie zu Gesicht. Eine debil grinsende Tussi in meinem Alter hielt sich etwas abseits & lächelte mich an, als wäre ich ein Griespudding. Und dann sah ich sie zum ersten mal, die dritte Tussi, die Harpye. Es war, als hätte sie sich aus dem Dunkeln herausgeschält und plötzlich neben mir materialisiert. Es war klar, dass sie die Rudelführerin war. Von all uns armen Sündern, die sich in diesem Augenblick auf diesem Parkplatz befanden war augenblicklich und jenseits aller Zweifel klar, dass sie am festesten glaubte.

Ich glaube das Gespräch begann mit "Es ist ja bald Weihnachten, darf ich dich da mal was fragen?"
Wer diesen Eintrag so weit gelesen hat wird sich denken können, dass ich es liebe über Weihnachten zu plaudern.
Dann kam die nächste Frage wie ein Tritt in meine Eier: "Kann ich dich mal fragen unter welchem Schutz du fährst?"
Bei dieser Frage wusste ich, dass wir uns eine Menge Ärger eingebrockt hatten, als wir diese scheiß Broschüren nicht sofort abgelehnt & der netten blonden Frau nahegelegt hatten, sich in das finstere Loch zurückzuverkriechen, in dem sie von ihrem Vater viel zu oft vergewaltigt worden war, um dort einfach nur zu sterben.
Hätten wir aber besser mal getan.

Jedenfalls, ich weiß genug über Menschen, und ich weiß genug darüber was Dummheit mit ihnen alles anstellen kann, und als ich die Frage hörte "unter welchem Schutz" wir fahren würden wusste ich, dass wir es hier mit Seelenjägern zu tun haben. Schneebälle, die einen Abhang runterrollen. Missionare, die eine Quote zu erfüllen haben. Organisiert, geschult, erfahren. Diese Missgeburten haben die einmalige Fähigkeit, binnen Sekunden deine Achilles-Ferse zu finden, aber im Gegensatz zu jedem anderen Menschen mit diesem Talent haben sie keine Skrupel, diese abnorme Fähigkeit sofort und konsequent einzusetzen. Die Scientology nennt diese Technik "Konfrontation". Diesen Menschen wird beigebracht, mit Worten zu schneiden wie mit einem Skalpel, und Gespräche mit ihnen sollen weh tun und verletzen. Sie denken mit der Mentalität des abgebrühten Opfers, und wenn sie sich einen Begriff davon machen könnten, hätten sie nur genügend Menschlichkeit übrig, dann wäre es der des "notwendigen Übels".

Das hier sind Gottes GEZ-Eintreiber.

"Wie meinen Sie das?" fragte ich freundlich, aber bestimmt zurück. "Ich meine damit: Unter welchem Schutz fahrt ihr?". Ich lächelte und fragte nochmal: "Aber wie meinen Sie das?" - die Harpye wieder: "Unter welchem Schutz fährt ihr?"
Das ging vier oder fünf mal hin und her. Sie weigerte sich, etwas anderes zu sagen oder zu fragen, ich beharrte darauf zu wissen, was sie damit meinte.
Der grauen Eminenz reichte es aber irgendwann, und nachdem sie zum sechsten Mal nach unserem Schutz fragte knurrte er "Der ADAC."
Die Harpye fixierte weiter mich: "Darf ich dich mal fragen, so unter uns, woran glaubst du?" Ich grinste und meinte "Ehrlich gesagt bin ich Fatalist." Das war das erste rote Tuch für sie, denn sie hatte nicht den geringsten Schimmer, was das Wort bedeutet. Aber sie nahm den Schlag gut weg, denn sie entgegnete, indem sie sich auf ihren Absätzen hochdrückte, um mir mehr auf Augenhöhe zu kommen - und dabei unangenehm nahe heran kam - "Wie definierst du das?"

Ich danke Gott auf Knien, dass ich ein Kiffer bin, denn ich entgegnete ohne groß überlegen zu müssen: "Das heißt ganz einfach, dass ich an das Schicksal glaube. Dass es einen Plan hinter allem gibt. Dass letztendlich nichts ohne Grund geschieht und wir alle eine wichtige Rolle zu spielen haben. Dass letztendlich alles gut wird."
Man konnte richtig mitansehen, wie sie das in Rage versetzte. "Soll das etwa heißen, du glaubst nicht an eine höhere Macht?" - sie traute sich tatsächlich nicht, während des gesamten Streits den Namen des Herrn zu äußern. Ich hatte an der Stelle bereits einen dicken Hals, aber ich habe schon mit verrückteren und gefährlicheren Menschen debattiert und es bis dato immer überlebt, also fuhr ich mit den Händen in die Luft und sagte beschwichtigend: "Das haben Sie jetzt gesagt. Na klar muss es irgendwas höheres geben. Irgendwas schmiedet ja den Plan... zieht die Fäden... kontrolliert das ganze Puppenspiel!"

Das war zu dem Zeitpunkt aber nur die halbe Wahrheit. Im Grunde war es die Light-Version meiner Ideologie, der Absatz über Religion. Die Präambel. Aber dennoch etwas, was ich auch zugeben würde, egal mit wem ich spreche.

Die Harpye hatte sich mit ihren Krallen in meiner Kopfhaut festgekrallt, und aus den Augenwinkeln sah ich, wie die Blonde, die uns zuerst die Broschüren aushändigte neben mir auf die Graue Eminenz einredete. Hinter der Harpye stand die Zwanzigjährige Tussi. Ihr war die Situation nicht peinlich, und sie hatte die kranke Ausstrahlung des häßlichen Entlein einer Klasse, das endlich mal auf einer Party kotzen musste und jetzt mit braun beschmiertem Strickpulover von der Toilette zurück geschwankt kommt und alle anderen Partygäste befreit anlächelt.

Menschengeruch.

Das alles spielte sich binnen Augenblicken ab, aber ich spürte, wie mir das Herz plötzlich bis zum Hals schlug. Als hätte Gott persönlich seine Dämonen auf mich losgelassen, um einen Zwischenstand meiner seelischen Entwicklung einzuholen. Die Quartalszahlen. Ich stand plötzlich unter Schock, und eine Woge von Adrenalin schwemmte über meinen Körper. Fight or Flight. Ich hatte keine Mütze an, und fror in der kalten Dezemberluft. Meine Kippe war plötzlich ausgegangen. Und dann erst realisierte ich, wieso ich so Angst bekam: Die drei hatten sich so um uns aufgestellt, dass praktisch jeder Weg zur Fahrertür abgeschnitten war. Der einzige Fluchtweg wäre vom Auto weg gewesen.
Sie jagten im Rudel.

Die nächste Frage war nur noch ein verächtliches Fauchen: "Und dann glaubst du wohl auch nicht an ein Leben an den Tod?" Und ich dachte mir, du mich auch du ungefickte Märthyrerin. "Oh doch, ja!" rief ich, lachend. "Wie gesagt, so lange wir leben hängen wir an den Fäden und folgen dem Plan, aber das schöne ist, sobald wir Tod sind werden wir selber Teil des Entscheidungsfindungsprozess. Dann nehmen wir die Zügel in die Hand und murksen mit den Menschen rum."
Sie gab diese Fragestellungen auf und griff aus einem völlig neuen Winkel an. "Du bist doch von hier. Kann ich euch mal fragen, was ihr so tut? Gehört ihr zusammen?". "Wir sind kein Paar, wenn Sie das meinen," antwortete ich verächtlich. Ehe ich mir eine gute Lüge hätte überlegen können platzte die graue Eminenz mit dem Wort "Studenten" raus, und ich konnte noch hastig anfügen, ich würde mir mein Geld mit Taxifahren verdienen - parkende Taxis waren die einzigen Zeugen dieses Trauerspiels.
"Ahaundwas studierst du?" würgte sie die nächste Frage aus ihrem dürren Hals. Ich sagte das erste, was mir in den Sinn kam, die eine Sache, von der ich wusste, dass sie es als eindeutige Beleidigung verstehen würde. "Physik."

Ab dem Moment war das Gespräch praktisch gelaufen. Sie hatte sich in den wenigen Sekunden, die der hier geschilderte Dialog dauerte, wie eine Kobra vor mir hochgeschraubt, und sie war mir mit jeder Frage einige Zentimeter näher gekommen. Am Schluss stand sie angespannt, mit ihrer feindselig verzerrten Hassfresse so dermaßen nahe vor mir, dass es knisterte. Wenn sich ein Kerl so vor dir aufbauen würde, dann wüsstest du, dass es jeden Moment Schläge gibt. Wenn sich eine Tussi so nahe vor dir aufbaut, dann hast du sehr bald eine Zunge im Hals.

Aber wenn sich eine labile Christin so nahe vor dir aufbaut, dann kriegst du gleich einen Tritt mit Anlauf in deine mentalen Eier. Ich erinnere mich nicht mehr genau an das was sie sagte, aber es war genial. Es war eine kurze, beleidigende, tadelnde Ansprache, und ich erinnere mich ums Verrecken nicht mehr an den exakten Wortlaut: "Ah dann ist ja alles klar. Dann bist du ja so super intelligent, und mit so einem großen Verstand gesegnet" - das alles im selben Tonfall, mit dem man mit einem Hund reden würde, der gerade während des Familiendinners ins Esszimmer geschissen hat - "dass du keine Hilfe mehr brauchst. Aber was sich dann noch zeigen wird ist ob du deinen tollen Verstand für irgendwas vernünftiges einsetzt oder... BLA BLA BLA".

Ich weiß nicht mehr was sie sagte, aber ich zersprang förmlich wie eine fallengelassene Vase. Ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht, mit Menschen freundlich und halbwegs respektvoll umzugehen, egal was ihre Fehler sind. Ich glaube in 9 von 10 Fällen daran, dass die Welt mehr Respekt und Toleranz vertragen kann. Aber in diesem Augenblick stand ich zum ersten Mal dem Feind Auge in Auge gegenüber. Der Essenz des Bösen. Ich sah dutzende, hunderte Leute, die in genau das selbe Gespräch verwickelt worden waren und nicht mehr die Kurve gekriegt haben. Und mir war klar: Die Harpye wurde so nicht geboren. Sie war vielleicht mal ein produktives Mitglied der Gesellschaft. Aber irgendetwas mit ihr war so unglaublich schief gelaufen, irgendetwas so dermassen trauriges hatte sie aus der Bahn gew0rfen und in die Fänge dieser Sekte getrieben. Oder - und das ist wahrscheinlicher - sie war einfach von Grund auf schlecht, glaubte genug von den Broschüren, um genug Geld für sich und ihre fünfzehn Katzen zu verdienen, und wollte einfach nur noch mal zwei Kunden fangen, einfach nur um sich zu beweisen, dass sie es immer noch kann.
Vielleicht war sie aber auch die Ausbilderin. Ich meine, es war klar, dass sie das Rudel anführte, und die Blonde mit dem liebenswerte Gesicht schien ihr untergeordnet zu sein, wenn diese sprach schwieg jene.

Völlig kranker Scheiß.

Der Weg zur Fahrertür war versperrt, und ich hatte kein Bedarf irgendjemanden anzufassen. Also spielte ich mein Ass im Ärmel aus: Der Kofferraumdeckel des Kastenwagens, unter dem wir uns die ganze Zeit vor dem Schneeregen verkrochen hatten!
Ich starrte der Harpyen einen Herzschlag lang in die Augen, mit einem Blick der ihr hoffentlich alles vermittelte, was gerade in meinem Kopf vorging, dann wandte ich mich ab, warf mit einer tänzerischen Bewegung die Broschüre in den Kofferraum, machte einen Ausfallschritt zurück und angelte nach dem Kofferraumdeckel. Wie zu erwarten war kam sie nachgerückt und stand mir nun im Weg, aber das machte mir nichts aus. Langsam, aber ohne abzusetzen zog ich den Deckel runter, und die Dämonen mussten zurückweichen. Ich knallte die Tür lauter zu als notwendig, warf der grauen Eminenz einen Blick zu - die blonde laberte immer noch auf ihn ein! - und machte einen weiteren Schritt zurück.

Der direkte Weg zur Fahrertür war nun durch die Harpye blockiert, also ging ich den langen weg drumherum. Ich kramte nach dem Zündschlüssel und bekam auf einem Ohr noch mit, wie sie mein Nummernschild laut vorlas, als wollte sie es sich einprägen. Ich sagte garnichts mehr. Ich war bereit, jemanden über den Haufen zu fahren. Binnen 10 Herzschlägen saß ich im Wagen, drehte die Musik auf (Angelspit mit "100%": Gott sprach durch das Shuffle zu mir, und gab mir zu verstehen, dass alles cool wäre). Die graue Eminenz war mir nicht gefolgt, also musste ich das schlimmste annehmen. Im Rückspiegel sah ich zwei Schatten direkt vor der angelaufenen Rückscheibe. Also drehte ich den Zündschlüssel um - das alles geschah in Zeitlupe - legte laut krachend den Rückwärtsgang ein und spielte dezent mit Gas & Kupplung. Die Schatten wichen von der Scheibe, und dann ging auf einmal die Beifahrertür auf, und ich war bereit zu schreien, aber es war der Graue, und auf seinem Gesicht war ein Ausdruck von Panik und Beklommenheit. Ich machte mir keine Gedanken mehr darüber, wo sich diese Biester rumtrieben und fuhr aus der Parklücke. Anscheinend gehörte ihnen das Auto, das direkt neben uns geparkt hatte, irgendein uralter roter Opel, dessen Rückspiegel mit Glücksbringern behängt war. Ich hätte beinahe die Fahrradständer gerammt, aber schaffte es trotz des Adrenalins und der zitternden Hände irgendwie von dort weg, und nachdem sie uns fast zwei Kilometer weit nachgefahren waren, verloren wir sie irgendwann auf gerader Strecke.

I was visibly shaken. Der Graue murmelte anfangs nur "Ja, die meinten eben noch, es sei ja jetzt meine Entscheidung, wenn ich mich dir anvertrauen würde." Gott, war das krank. Erst nach zehn Minuten gab ich darauf Antwort: "Was soll das überhaupt heißen, mir anvertrauen? Ich passe immer auf meine Leute auf! Gott ist dich noch nie bei Glatteis am Bahnhof abholen gekommen!"

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Ich wünsche allen meinen Lesern eine besinnliche Weihnachten, und wenn ich euch den Tipp geben darf: Kocht selber, das erspart heute Nacht eine Menge Schreierei. Ich wollte euch mit dieser kleinen Weihnachtsgeschichte nicht die Stimmung versauen, ich will euch einfach nur nahe legen: Redet nicht einmal mit den Rattenfängern. Droht damit, sie zu überfahren, das ist die einzige Sprache, die sie verstehen.

Nachtrag:
Interessanterweise gerade auf YouTube gefunden, ne Doku über diese Vögel. In Teil 2 kommt auch Karin Wolff zu Wort (of "Aktion Wolff Marburg"-Fame), und ihr haarsträubender Gedanke, das Buch Genesis im Bio-Unterricht zu thematisieren.

"ARD extra: Hardliner des Herren"
Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4


Kommentare:

divine_infekt hat gesagt…

ABARTIG. So Leute sind mir echt zuwider. Aber das "Glück" so eine "Unterhaltung" zu führen, hatte ich noch nicht. SICK. Bah.
Aber selber kochen...? Na ja. Mama macht alles. Und du machst Bambi? ^^

HenrieSchnee hat gesagt…

Bambi wird heute dran glauben müssen.

divine_infekt hat gesagt…

Bambi ist aber auch lecker... xD

divine_infekt hat gesagt…

Die Doku is ja auch krass... die Kinder tun mir etwas Leid. ^^"

Rammstain hat gesagt…

Sehr schön; ich hätte sie mit Zynismus überfahren ;-)

Frohe Weihnachten, Henrie!

Don_Philippe hat gesagt…

Now, you know, this it what it feels like :D