14.09.10

Going into the Cloud

Mein iTunes ist gestorben.



(Achtung: Lange Rede, kurzer Sinn! Ungeduldige Leser sollten vorspulen)

Folgendes Phänomen: Nachdem bei einer partyähnlichen Situation für längere Zeit die selbe Playlist wiedergegeben wurde, ohne je zu pausieren oder andere Tracks auszuwählen, fing die "iTunes Library"-Datei plötzlich an, sich selbst zu vernichten. iTunes kackte ab - und auf die externe Mestplatte, die meine Musik beheimatet, konnte nicht mehr zugegriffen werden.

Bummer.

Naja, hinterher sah es dann im ersten Moment so aus, als wäre die externe Festplatte draufgegangen, aber ich konnte nach wie vor Dateien kopieren, manchmal auch lesen. Nur eben, sobald ich iTunes starten wollte, und es anfing, auf die Externe zuzugreifen, fing der Horror von vorne an.
Nachdem ich einen gesamten Tag über das Problem meditiert hatte kam ich zu folgenden Hypothesen:

a) die externe Festplatte könnte beschädigt worden sein (z.B. gestern morgen, als mir die Alien-Quadroligy-DVD-Box draufgefallen war), und die Leseköpfe fangen bei komplexeren und längeren Schreibprozessen an, Bullshit zu veranstalten.

b) es könnte ein gewöhnlicher iTunes-Bug sein, der außer Kontrolle geraten ist. Das Programm hat seit einigen Versionen vermehrt Probleme damit, schnell und kompetent mit externen Festplatten umzugehen, was mir bisweilen schon bitter aufgestoßen ist.
Aber - warum dann die Festplattencrashs? Kann dieser scheiß Media-Player etwa so viel Macht besitzen?

Als ich abends von der Arbeit nach hause kam, machte ich dann folgendes: Ich stellte eine alte iTunes-Library wieder her, was mich, mitsamt des Genius-Updates, fast einen Tag gekostet hat (während der Zeit die Festplatte aber kein einziges Mal gemuckt hat).
Okay, dachte ich, Hypothese b) war korrekt. Und mit einer frisch upgedateten Mediathek, so dachte ich, wäre das Problem beseitigt.
Aber weit gefehlt, noch in der selben Nacht passierte das Unglück in nahezu der gleichen Situation.

Ich habe rotiert! Okay, für meine Musik habe ich Backups, aber die schöne Mediathek! All diese in mühevoller Handarbeit gefertigten Playlists! Meine Bewertungen... und all der iPhone-Kram!

Fuck. Also war der nächste Gedanke: Junge, besorg dir ne neue externe Festplatte. Aber drauf geschissen: Ich werde das Problem an der Wurzel angehen! Der einzige Grund, warum ich seinerzeit diese umständliche Lösung mit der externen Festplatte gewählt hatte war doch, dass mir die Festplatte IN meinem Laptop irgendwann zu klein wurde. Also, warum nicht drei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Eine fette neue 500 GB Festplatte für den Läppie, die alte Platte kommt in ein Gehäuse und dient dann als kleine, stoßsichere fobile Mestplatte - mit 160 GB gerade groß genug für ein Wochenende - und den alten externen Klotz, der im Moment von allen Netzen getrennt ist, um weitere Belastungen zu vermeiden, wird nach erfolgter Extraction aller nötigen Traumdaten frisch formatiert, mit ein bisschen neuer Firmware gepimpt und kann dann meinetwegen als Backup für die Time Machine schuften, bis er endgültig den Geist aufgibt.

Hoffentlich nur wieder nicht im denkbar schlechtesten Moment.

Lange Rede, kurzer Sinn:

Bis ich die nötige Baxe für dieses epische Männerprojekt zusammengekratzt habe werde ich nur die Musik hören können, die ich gerade auf dem Handy habe, und wenn ich zuhause bin, nur das was das Internet an Früchten hergibt. Aus diesem Grund werden die nächsten paar Tage bestimmt lustig, um mir auf Blip.fm oder YouTube zu folgen.

Die Idee ist: Experiment! Ich bin ein großer Verfechter der alten Schule, wenn es um digitale Musik geht. Muzak hat man, fein säuberlich sortiert, auf seiner Mestplatte. Mit guten Mediaplayern macht man sich seine Playlists, und ein mp3-fähiges Gerät für unterwegs sorgt für das mobile Wohl.

Aber es gibt auch eine Gegenströmung dazu, die mich fasziniert: Die Verlockungen des "Cloud Computing". Populäres Beispiel: last.fm. Dort kann man sich Empfehlungen anhören, basierend auf den Daten des eigenen Musikgeschmacks, Gratis-mp3s abstauben, aber auch virtuelle Radiostationen hören. Ich muss sagen, ich war bisweilen angetan, was man da entdecken kann.

Und hey, es gehört heute zum guten Ton bei jeder Party, dass früher oder später sich mindestens einer zum YouTube-DJ aufschwingt, die Macht an sich reißt und den letzten noch befeierten Raum, in den sich alle Überlebenden zurück gezogen haben, mit den vermeintlichen Perlen seines Google-Wissens beschallt.
Fuck yeah. Ich halte mich mit diesen Leuten immer gut.

Bei YouTube habe ich also mal spaßesweise angefangen, eine "Muzak"-Playlist anzulegen, denn, was die allgegenwärtige Verfügbarkeit von Musik angeht, ist YouTube ein wahres Alexandria geworden. Und das trotz anhaltender Zensurmaßnahmen der fGEMA.
Die Playlist findet ihr fortan in der rechten Leiste dieser Seite, und wenn ich alles richtig gemacht habe, sollte sie nicht einfach anfangen, von alleine ungefragt loszuplärren, wenn ihr die Seite betretet, sondern einzig dann, wenn ihr sie startet.
Enjoy.


"Feet in the Earth, Heads in the Sky, and we watch the World go by..."

1 Kommentar:

Zigeunermann hat gesagt…

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