16.01.14

Ausklingender Schmerz (Wahrheit)

Und wahrlich, ich sage euch: Was ich liebe in dieser Welt ist nie das gleiche geblieben, hatte nie einen gemeinsamen Nenner, verwies niemals in einer Art und Weise aufeinander, die ich unter einen Hut bringen konnte. Was ich an ihr und in ihr hasse ist mit der Zeit immer seltener geworden, denn lernt man endlich seine eigenen Schwächen hinreichend auf die gesamte Menschheit hochzurechnen, kann einem nur noch wenig übel aufstoßen. Woran ich mich erinnere, nun, das ist eine ganz andere Frage… und ich glaube, dass mein Lieben und mein Hassen so etwas wie das linke und das rechte Augen meines Gedächtnis bilden, und nur sobald sich beide Linsen auf den selben Gedanken fokussieren, kann ich ihn in meinem Kopf wieder auferstehen lassen: Komplett, erhaben, plastisch, simuliert, realistisch, perfekt, zeitlos.
Wohin ich gehe wusste ich vorher nie pauschal, bloß spontan - indem ich immer mal wieder inne hielt, auf einen fernen Punkt deutete und grinsend mit den Fingern schnippte. Letztendlich kam ich dann auch immer dort hin… auf überlappenden Irrwegen… doch musste ich mich bei der Ankunft darüber vergewissern, dass es einzig und allein mein unwissendes, naives Schnippen war, das mir den Weg dorthin eröffnete. 
Wen ich dort dann traft zeigte mir alles, was ich in meinem Leben nie hätte wissen sollen: Man muss nicht der Stärkste sein. Nur stärker als die anderen. Man muss nicht alles wissen. Nur mehr als die anderen. Und man braucht nicht alles zu verstehen… so lange man einzig die Sachen versteht, die niemand sonst versteht. Oder verstehen will.
Was ich dabei träumte habe ich unterdrückt, all die Jahre. Nicht aufgrund eines mangelnden Gewissens - den das plagt mich bei Tag schon genug. Ich wollte nicht wissen, was vor dem Aufwachen geschieht, weil ich eine Heidenangst davor habe. Und was ich erzähle, ist daher mit Vorsicht gewählt. Ich bin mein eigenes Dogma. Und ich widerspreche mir nur ungern.
Und alles, was ich dir davon erzähle, ist wahr. Wie sonst kann ich diesen Punkt mehr betonen? Wie sonst könnte ich je etwas verändern? Wieso sollte ich mir je etwas aus den Fingern saugen, wenn ich mehr über diese Welt weiß, als ich je alleine genießen könnte?

1 Kommentar:

dom hat gesagt…
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