28.08.14

Hungern & Putzen

Strategisches Hungern kann den Intelligenzquotienten um gute 10 Punkte nach oben boosten. 
Diese Information schnappte ich vergangenen Sommer auf, zu Quarantäne-Zeiten, als ich über meiner epischen Abschlussarbeit brütete. Die Frage, die sich mir stellte, war folgende: Wenn ich anfange, mich besser zu ernähren, kann mein Gehirn dann wieder so fabrikneu schnurren wie ein brandneuer Ferrari-Motor?
Studentenfutter, Thunfischsalat mit Delphinbeilage, Multivitamine… ein ganzer Nachmittag der Procrastination ging für diese Recherchen drauf. Einen Konsens gab es nicht: Jeder Körper tickt anders. Die einzige Wahrheit, die sich empirisch bewahrheiten konnte, war die: Hunger macht clever, kurzfristig. 

Der evolutionäre Gedanke dahinter sei der, dass Hungern dem Kopf deswegen Priorität einräumt, weil ihm am ehesten einfallen kann, wie er den Magen wieder füllen kann. So gerne wir davon träumen - die Weintrauben wachsen uns auch im Jahr 2014 nicht gerade ins Maul, oder?

Auch jetzt hungere ich, aus völlig anderen Gründen. Eine frisch aus dem Backofen evakuierte Pizza Speciale duftet neben mir den Raum voll, aber ich bin herrlich breit - die Kombination aus einem produktiven Tag, einer Dose "Monster" (Faszinierend! Sie haben das uralte Problem der Energy-Drinks gelöst! Es schmeckt nicht nach Seifenfabrik!") und einem lokalen Kulturgut, das man in Zigarettenform konsumiert. 
Ich möchte mir dieses Wolke Sieben-Gefühl nicht versauen, indem ich mir meinen Magen vollschlage, erst recht nicht, wenn mir was auf der Zunge brennt, was ich gerne loswerden würde.

Langfristiges Hungern führt natürlich zu Delirium und Tod, aber das wissen wir ja. 

Ich hab den halben Nachmittag damit verbracht, mein Zimmer zu putzen… und nun wirkt es wie ein totales Stillleben, das ich lieber archivieren würde, als darin weiter zu wohnen. Putzen ist die nihilistischste Sache der Welt - Murphys Gesetz macht es völlig überflüssig.
Aber dann googelt man x-fach vergrößerte Elektronenmikroskop-Aufnahmen von Hausstaubmilden & denkt sich… ja… scheiß auf Murphys Gesetz. Ich mute meinem Körper schon genug zu.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Wunderbar, Henrie!

DerStalker