12.08.14

Review des Böker Plus Urban Survival Messer

1. Vorgeschichte

Vergangenen Freitag saß ich in der WG meines guten Freundes, des Franzosen, und feierte den Geburtstag eines seiner Mitbewohner, der mir nur sehr, sehr flüchtig bekannt ist. Die WG des Franzosen ist eine stets pikobello gehaltene Angelegenheit, und als er da einzog, war er der einzige Nicht-Lehrämtler dort. Er kam als Zwischenmieter des kleinsten Raums, und zieht seitdem, Monopoly-Style, immer ein Zimmer weiter, wenn der nächste Lehrämtler oder die nächste Lehrämtlerin ihr Auslandssemester in Sonstwo antritt.

Genau in dieser WG hatte ich vergangenen Februar mein Böker Urban Survival-Messer verloren. Zu der Zeit hatte ich mir den linken Ellbogen angebrochen und trug den Arm wochenlang geschient in einem unmöglichen Winkeln. Da ich erst garnicht versuchen wollte, meine Hand viel zu bewegen, waren meine Fingernägel auf Krallenlänge angewachsen, und um nicht ganz wie ein Ghul zu wirken, musste ich mir alle paar Stunden den Schmutz darunter rauskratzen.
Wir hatten an jenem Abend bei dem Franzosen ein Film gesehen (Spike Jonzes "Her"), und ich erinnere mich, wie mir schon im Treppenhaus aufgefallen war, dass mein Messer noch oben liegt. Ich war zu faul, die sechs Stockwerke wieder hochzuhechten - und als ich das nächste mal vorbei schneite, war das Messer verschwunden.

Sechs Monate später also tummelte ich mich auf besagter Geburtstagsparty im Raucherzimmer, traf bekannte Gesichter wieder und bestrahlte den Raum mit meiner absurd guten Laune. Die Studentin, deren Zimmer der Franzose bis zu dem Zeitpunkt bewohnt hatte, war gerade wieder aus Kanada zurück gekehrt, und obwohl ich sie nicht sonderlich leiden kann, sprach ich sie dennoch voller Hintergedanken an: "Du bist ja jetzt wieder in deinem Zimmer... und ich wollte nur sagen, falls du mal beim Putzen so ein kleines schwarzes Messer findest, das aussieht wie ein Kugelschreiber-"
"Das ist deins," fiel sie mir fragend ins Wort.
"Ja! Du hast es gefunden?"
"Gestern beim Putzen... kuck mal in der Küche, auf der Fensterbank, da hab ich es hingelegt... und wir haben uns schon gewundert, wer zum Teufel so etwas krankes besitzen könnte!"

Weiter kam sie nicht. Mein Gesicht muss sich in ein riesiges, gelbes Smiley verwandelt haben, und wie ein Kind an Weihnachten sprang ich auf, drückte mich durch den Flur und die Fressflash-Szenen in der Küche, schob mich durch... und da lag es! Mein Schatz!

2. Technische Details

Das aus Solingen stammende Böker Plus Urban Survival Knife (auch "Wagner Urban" genannt, Katalognummer TK047 - im Folgenden der Einfachheit halber als "Urban Survival" abgekürzt), ist ein "tacitcal" (oder "tacti-cool") Einhandmesser mit Tanto-Klinge. 
Zitat von der Böker-Webseite:
Mit einer Gesamtlänge von 14,4 cm und einer Klingenlänge von 4 cm bietet das Urban Survival trotz seiner Kompaktheit eine ausgezeichnete Ergonomie bei hervorragendem Tragekomfort. Die schlanke Bauweise und die skalpellartige Klinge aus 440C bieten maximale Kontrolle. Der auswechselbare Glasbrecher vervollständigt die Ausstattung dieses ungewöhnlichen Werkzeuges. Inkl. Hosenclip und verschraubtem Klingenlifter. Verriegelung per Liner Lock. Ges. 14,4 cm. Kl. 4 cm. Stärke 2,5 mm. Gew. 27 g.


Das Messer existiert in mehreren Farbvarianten: Im Internet kursieren Bilder von verschieden lackierten Klingen; wer nicht auf das taktische Schwarz setzen möchte, findet zum selben Preis auch eine Oliv/Braun "getarnte" Variante.

Mir persönlich war Jim Wagner vor dem Kauf kein Begriff, aber so wie ich das verstehe ist er Lehrer für Selbstverteidigungstechniken, weswegen er von Böker mit dem Design einer ganzen Reihe von "Reality Based Blades" beauftragt wurde. Das Urban Survival ist das mit Abstand kleinste - und erschwinglichste - Messer dieser Reihe. Was es mit der Bezeichnung "Reality Based" auf sich hat und wie sich diese Klinge im täglichen Gebrauch einsetzen lässt, dazu gleich mehr.

3. Features

Das offensichtlichste Feature dieser Waffe ist die hochwertige, gut 4 cm lange, im Tanto-Stil geformte Klinge. Die Tanto-Form stammt ursprünglich aus dem feudalen Japan und verfügt aufgrund ihrer in geraden Linien geschmiedeten Spitze ausgezeichnete Durchdringungskraft beim Zustoßen - was diesen Typ Klinge mehr zu einem Dolch als zu einem Messer im klassischen Sinn macht. Das Prinzip dieser Waffen lässt sich bis in das 8. Jahrhundert zurück verfolgen, wo sie zur Standard-Ausrüstung eines Samura gehörten - bis sie ab etwa dem 12. Jahrhundert von der Katana-Form abgelöst wurden.

Tanto-Klingen können auf einer oder zwei Seiten eine Schneide besitzen; das Urban Survival ist einseitig geschliffen - und ich rate jedem Käufer davon ab, daran etwas ändern zu wollen! Die Klinge unterteilt sich in drei Bereiche: Die unteren drei Fünftel werden von einer leicht gebogenen, sichelartigen Klinge dominiert, die in einem stumpfen Winkel in die eigentliche Hauptschneide von circa 1,9 cm übergeht - der "Skalpell"-Teil, den der Werbetext betont. Diese Klinge endet in einer hochgradig fiesen Spitze - die vielleicht spitzeste Spitze, die ich persönlich je an einem Messer hatte. Selbst wenn man Pech hat und ein von Werk aus nicht gut geschärftes Exemplar erhält - die Spitze ist bereits out of the box brutal.



Fabrikneu kommt das Messer mit einer schwarzen Schutzlackierung, mit deren langsamem Abbrökeln man rechnen muss. Messer-Reviews im Internet sind in diesen Tagen voller Klagen und Gejammer, weil solche Schutzschichten auf keiner Klinge ewig halten - was glauben diese Leute bloß? Dass die Messer heute aus schwarzem Stahl gefertigt werden? Würde man "taktisch" argumentieren, könnte man sagen, dass die Klinge ohne diese Farbe mehr Licht reflektiert und deswegen leichter gesehen werden kann - so what? Sie ist 4 cm klein! 
Ähnliches gilt für den Aluminium-Griff des Messers: Auch er ist nur mit einer Farbschicht überzogen, die aber deutlich resistenter zu sein scheint; mein zweieinhalb Jahre altes Exemplar hat solchen Farbverlust praktisch nur an den Stellen, die beim Tragen in der Hosentasche am meisten Abrieb erfahren.



Besagter Alumium-Griff ist an sich ein weiteres Feature - und hier kommt der "Reality Based"-Aspekt zum Tragen: Die Klinge ruht zwischen zwei tropfenförmig-spitz zulaufenden Backen, die, wenn das Messer geschlossen ist, fast einen Centimeter überstehen. Das macht das Urban Survival zu einer idealen Druckpunkt-Waffe im Stile eines Kubotans - ohne je in der Situation gewesen zu sein würde ich sogar behaupten, dass es effektiver wäre, einen potentiellen Angreifer mit diesen Aluminium-Backen ungezielt zu traktieren als zu hoffen, mit der Klinge irgendeinen verwundbaren Punkt zu treffen. Machen wir uns nichts vor: Das hier ist kein Kampfmesser, außer man befindet sich auf einem Gefängnishof - und die Shiv deines Gegners ist ein auf Beton scharf geschliffener Plastiklöffel.


Aber ich komme vom Thema ab. Öffnet man die Klinge vollständig, rastet ein im inneren liegendes Liner Lock ein, das sich unmittelbar unter besagten Backen befindet. Dies ist die dünnste Stelle des Messers - und verwantwortlich sowohl für die wirklich beeindruckende Ergonomie und den sexy, insektoiden Gesamtlook. Die Verriegelung hat mich bis heute noch nicht im Stich gelassen - nur muss man aufpassen, dass man beim Reinigen nicht zu großzügig ölt, da sonst das Schloss nicht richtig einrasten wird und man bei der nächsten Gelegenheit eine Tanto-Schneide im Zeigefinger stecken hat.



Abgerundet wird das Urban Survival durch drei nette, optionale Features: Zum einen lässt sich ein Clip beidseitig montieren (für Rechtshänder empfehle ich, ihn auf die Seite mit den Schrauben anzubringen, da dies die ohnehin bereits gute Ergonomie noch mehr fördert). Die Klingenlifter, die für die einhändige Öffnung benötigt werden, lassen sich demontieren - was, je nach lokaler Rechtslage,
nützlich sein kann, um bei polizeilichen Kontrollen nicht in Erklärungsnot zu geraten. Last but not least lässt sich das hintere Ende des Messers austauschen; im Lieferumfang enthalten sind ein stumpfes, als Glasbrecher deklariertes Ende sowie ein zylindrisches Ende, das die hintere Kappe eines Kugelschreibers immitieren soll. Zum Anbringen bzw. Ändern dieser Teile werden zwei Werkzeuge benötigt, die beide im Lieferumfang enthalten sind.

4. Service und Pflege

Das Messer lässt sich mittels der beiden mitgelieferten Werkzeuge komplett demontieren & zerfällt in 13 Teile - was nützlich ist, um einmal im Jahr Staub, Schmodder und Fett aus dem inneren zu reinigen. Eine Hülle o.ä. liegt nicht bei - aber das würde auch dem Sinn widersprechen. Wer Korrosion vorbeugen möchte und die Schrauben im inneren ölt, sollte, wie bereits angesprochen, vorsichtig sein, dass das Liner Lock anschließend noch sicher hält.

Eine Warnung allerdings zum Thema Schärfen: Im Idealfall kommt das Messer bereits "messerscharf" von Haus aus, denn vor allem der abgerundete Teil der Klinge lässt sich kaum mit Schleifsteinen behandeln. Die einseitige Klinge sollte auch nicht in ein Schleifgerät gesteckt werden, das auf beiden Seiten gleichzeitig schärft - also vorsicht, wenn ihr das Ding euerem Vater in die Hand drückt & der es zu gut mit euch meint...

Ich habe mir angewöhnt, das Messer alle paar Monate auf der Rückseite meines Gürtels abzuziehen, etwa im Verhältnis 3:1 für Vorder- und Rückseite. Mit einem Gürtel kommt man auch noch am ehesten in die Rundung rein, ohne Schaden anzurichten - denn die Rundung ist wichtig! Bei den meisten Alltagsanwendungen, für die man ein Messer braucht, wie Pakete öffnen oder Karton durchtrennen, ist es die Rundung, die die meiste Kraft und den besten Winkel aufbringt.

5. Legalität

Ich konnte mir das Ding, wenn ich mich richtig erinnere, einfach bei Amazon ordern, ohne irgendwelche Altersnachweise oder dergleichen erbringen zu müssen. Dennoch muss man im Hinterkopf behalten, dass unsere glorreiche Regierung in ihrem nicht enden wollenden Bestreben, Deutschland zu einer sicheren und handzahmen US-Kolonie zu machen, vor einigen Jahren das "Führen" von so ziemlich jedem Messer zu einer strafbaren Handlung erklärt hat. 

Zitat Gesetzgeber:

§ 42a Verbot des Führens von Anscheinswaffen und bestimmten tragbaren Gegenständen
(1) Es ist verboten
1. Anscheinswaffen,
2. Hieb- und Stoßwaffen nach Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 2 Nr. 1.1 oder
3. Messer mit einhändig feststellbarer Klinge (Einhandmesser) oder feststehende Messer mit einer Klingenlänge über 12 cm zu führen.
(2) Absatz 1 gilt nicht
1. für die Verwendung bei Foto-, Film- oder Fernsehaufnahmen oder Theateraufführungen,
2. für den Transport in einem verschlossenen Behältnis,
3. für das Führen der Gegenstände nach Absatz 1 Nr. 2 und 3, sofern ein berechtigtes Interesse vorliegt.
Weitergehende Regelungen bleiben unberührt.
(3) Ein berechtigtes Interesse nach Absatz 2 Nr. 3 liegt insbesondere vor, wenn das Führen der Gegenstände im Zusammenhang mit der Berufsausübung erfolgt, der Brauchtumspflege, dem Sport oder einem allgemein anerkannten Zweck dient.

Ist dies das vielleicht lächerlichste Gesetz in der Geschichte des Post-9/11-Rechtsstaats? Gut möglich. Im Grunde macht es die meisten guten Taschenmesser illegal - selbst mein Leatherman hat eine "einhändig feststellbare Klinge"!
Schäuble hat in Interviews betont, dass dies ein "opportunistisches" Gesetz sei - also die Art von Gesetz, vor der wir nicht alle gleich sind. Möchte dich die Polizei ficken, hat sie damit eine großartige juristische Grundlage. Ironischerweise hat der Gesetzgeber auch verlautbaren lassen, dass "Selbstverteidigung" kein "allgemein anerkannter Zweck" für ein Messer sei. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Da alle Gewalt laut der Philosophie der BRD "vom Staat ausgeht", ist die Definition eines Verbrechers demnach, wer Gewalt in die eigene Hand nimmt - sicher ein tröstender Gedanke, wenn man auf dem Nachhauseweg von ein paar Freaks aufgemischt wird. 


Das Urban Survival kann also doppelt als "illegal" eingestuft werden, wenn euch ein Ordnungshüter irgendwie dran kriegen möchte: Es kann sowohl eine "Anscheinswaffe" sein (da, je nach Konfiguration, wie ein Stift aussehend) als auch eine einhändig feststellbare Klinge, völlig egal, dass sie nur 4 cm lang ist. Man hat zwei Optionen, wie man damit umgeht: Entweder schmeißt man es weg, wenn man in eine Kontrollsituation gerät - oder man benutzt die mitgelieferten Tools, um den Klingenheber und die Stift-Kappe von vorne herein zu entfernen. Beides ist wenig sinnvoll: Schon mit dem Klingenlifter ist es für einen ungeübten Benutzer friemelig genug, die Klinge zu öffnen - und das optionale "Glasbrecher"-Ende ist bloß eine nette Geste: Wer damit versucht, nach einem Unfall eine Glasscheibe einzuschlagen, hat es verdient, sich die Hände aufzuschlitzen. 

6. Einsatz und Nutzen

Ich kam über Umwege zum Urban Survival. Eigentlich war ich bloß auf der Suche nach einem schönen Taschenmesser mit Tanto-Klinge, das sich in meinem Preisniveau befindet. Seit Jahren bin ich scharf auf das KM 2000 (ebenfalls aus Solingen), das die Bundeswehr nach und nach adaptiert - doch die Preise dafür bewegen sich auch im dreistelligen Bereich, wenn man nicht gerade scharf ist auf die Restbestände der eingestampften ersten Auflage mit minderwertigerem Stahl.

Jedenfalls stöberte ich nach Tanto-Klingen & googlete in meinen ersten Wochen nach dem Umzug nach Berlin den Begriff "Urban Survival" - so führte wohl eines zum anderen. Kombiniert mit meiner angeborenen Liebe zu technischem Gizmos und kleinen Gimmicks verliebte ich mich rasch in das Konzept - und da mein Sternzeichen Skorpion ist, hielt ich es für hochgradig passend, einen kleinen "Stachel" zu haben. 


Was uns zur Frage führt - ist dies eine Selbstverteidigungswaffe? Sagen wir so: Niemand möchte in eine Situation geraten, in der er sich mit so etwas verteidigen möchte; es siedelt nur eine Stufe über "mit Zähnen und Fingernägeln kämpfen". Doch wie bereits angedeutet ist dieses Teil eine erstklassige Druckpunktwaffe - bei der, im Prinzip, die volle Wucht eines Hammerschlags auf die zwei Backen des Griffs konzentriert wird. Die Idee ist, damit ungezielt zuzuschlagen, um den natürlichen Schutzreflex eines Angreifers zu aktivieren: Hände und Augen vor Hals und Gesicht plus Abdrehen des Körpers. Denn genau das will man: Druckpunktwaffen tuen auf den "gepanzerten", knochigen Stellen des menschlichen Köprers, die wir zum Schutz vorhalten, nur umso mehr weh. Überlädt man die Schmerztoleranz eines Angreifers, bringt man ihn aus dem Konzept.

Gegenfrage: Ist dies eine Angriffswaffe? Genauso wenig. Mit einem Kleiderbügel könnte man wahrscheinlich mehr Schaden anrichten! Dennoch muss betont werden, dass Wagner mit seinem "Reality Based"-Konzept zumindest diese Möglichkeit berücksichtigt hat; das Messer verfügt zwar nicht über einen Fingerschutz im klassischen Sinne, aber die gesamte Ergonomie des Griffs scheint darauf ausgelegt zu sein, beim Zustoßen nicht selbst nach vorne in das Messer reinzurutschen.

Sollte ich das Urban Survival klassifizieren, würde ich es als James Bond-Waffe bezeichnen: Getarnt, subtil, nützlich. Die Art von "Waffe", die einen davor retten könnte, in ein Becken voll mit Lasern bestückten Haifischen herabgelassen zu werden...

In den zweieinhalb Jahren, die ich es nun verwende, kam ich nie in eine Verteidiungs- (oder Haifisch-)Situation. Was aber andere Gründe hat: Ich bin Anhänger der Sun Tzu-Philosophie, das man Schlachten gewinnt, bevor man sie führt - und die besten Kämpfe diejenigen sind, die nie statt gefunden haben! Ich habe erkannt, dass es in dieser kaputten Welt, die wir uns in den letzten 13 Jahren geschaffen haben, weitaus erstrebenswerter ist, wie ein "Täter" zu wirken als wie ein "Opfer" - nichts gegen "Opfer", aber mit selbstsicherer Körpersprache, Rhethorik, gutem Augenkontakt und der richtigen inneren Haltung hat man bereits mehr für seine Selbstverteidigung getan, als man durch Stahl und Aluminium je wieder wett machen könnte.

Dennoch bin ich paranoid - und rede vor allem auf meine weiblichen Freunde und Bekannte immer wieder ein, sich doch bitte irgendeine Form von Schutz zu besorgen, und sei es nur ein Pfefferspray. Würde ich das Urban Survival einer Frau empfehlen? Irgendwie schon. Ich habe riesige Hände, weswegen dieses Messer für mich nur bedingt einsatzbereit ist. Für kleine Hände ohne Training ist dieses Teil Gold wert... auch wenn es, zugegeben, wohl kaum "abschreckende" Wirkung hat... bis sich 4 cm 440C-Stahl seitlich in die Luftröhre eines Möchtegern-Vergewaltigers rammen...

Nach Aussagen so ziemlich aller meiner Freunde gehöre ich zu der Sorte von Mensch, die sich zu viele Sorgen machen - ein Kopfmensch eben. Aber ich stehe auf den Selbsterhaltungs-Gedanken. In der Liebe und im Krieg ist alles erlaubt...

7. Fazit

Die Unverbindliche Preisempfehlung für das Böker Plus Urban Survival beläuft sich mittlerweile auf knapp 50 Euro - ein Preis, den ich, ehrlich gesagt, dafür nicht bezahlen würde. Mein Exemplar hat, wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht, knapp 36 Euro gekostet - in dieser Preisklasse kriegt man bereits vernünftige Messer, die weitaus mehr Alltagstauglichkeit, Legalität und vor allem Stahl mitbringen. Tut einem Geld nicht weh oder hat man einen günstigen Anbieter gefunden, sollte man allerdings zuschlagen. Und ich garantiere: Jeder Messerfreak würde sich freuen, so etwas geschenkt zu bekommen!


Ich mag das Urban Survival - bis ich es verloren habe trug ich es praktisch täglich bei mir. Ich mag diese tausend kleinen Situationen, in denen es praktisch ist, ein Messer zur Hand zu haben. Aber seien wir ehrlich: Ein Messer ist entweder so groß, dass man es keineswegs automatisch einpackt, ehe man das Haus verlässt; oder es ist schwer genug, dass man es lieber in einer Tasche oder einem Rucksack transportiert. Dieses Exemplar passt in die Hemdtasche... und wird schnell zu einem Begleiter, auf den man sich verlassen kann. Sieht man von den offensichtlichen Nachteilen ab, kriegt man genau das, wofür man zahlt: Ein stylisches Werkzeug mit hochgradig durchdachtem Design, das das urbane Überleben deutlich erleichtert.

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